City-Passage 1-6, 64319 Pfungstadt
06157 / 60 50

Parodontitis – dunkle Gefahr für den ganzen Körper

Eine Par­odon­ti­tis ist eine Ent­zün­dung des Zahn­hal­teap­pa­rats. Zu die­sem gehö­ren das Zahn­fleisch, die knö­cher­ne Umge­bung, die Wur­zel­haut und die Wur­zel­haut­fa­sern. „Die Ent­zün­dung wird durch Bak­te­ri­en aus­ge­löst, die sich in den Zahn­fleisch­taschen und den Zahn­zwi­schen­räu­men ansie­deln“, erklärt Dr. MSc. MSc. Tho­mas Jung von der Zahn­kli­nik Jung.

Durch den Angriff der Bak­te­ri­e­n­en­zy­me auf die Wur­zel­haut, die Stütz­fa­sern des Zah­nes und den Kie­fer­kno­chen reagiert das Immun­sys­tem mit einer Ent­zün­dungs­re­ak­ti­on. Dies soll die Bak­te­ri­en zer­stö­ren. Die­se Ent­zün­dungs­re­ak­ti­on kann jedoch weit­rei­chen­de Aus­wir­kun­gen auf vie­le Tei­le des Orga­nis­mus haben.

Steigerung des Krebsrisikos auf bis zu 30%

Bri­ti­sche For­scher haben den Zusam­men­hang von Par­odon­ti­tis und dem Risi­ko an Krebs zu erkran­ken unter­sucht und sind zu fol­gen­den Ergeb­nis­sen gekom­men: Die Ent­zün­dung im Mund­raum kann nicht nur das Krebs­ri­si­ko um bis zu 30% stei­gern, es hat sich auch erge­ben, dass beson­ders das Risi­ko für Nie­ren- und Bauch­spei­chel­drü­sen­krebs nega­tiv beein­flusst wird. Ganz beson­ders deut­lich wur­de der Zusam­men­hang, wenn bereits der Kie­fer­kno­chen durch die Ent­zün­dung ange­grif­fen waren. Die For­scher haben sich die Wir­kungs­ket­te fol­gen­der­ma­ßen erklärt: Durch die Ent­zün­dungs­re­ak­ti­on des Kör­pers gelan­gen die Bak­te­ri­en mit den Ent­zün­dungs­stof­fen ins Blut und kön­nen so im Kör­per wei­te­re Ent­zün­dun­gen aus­lö­sen. Dadurch wird der Kör­per geschwächt, so dass er anfäl­li­ger für neue Erkran­kun­gen ist. „Der natür­li­che Schutz­me­cha­nis­mus unse­res Orga­nis­mus ist somit gestört, was das Risi­ko einer Krebs­er­kran­kung erhö­hen kann“, erläu­tert Dr. MSc. MSc. Andre­as Jung von der Zahn­kli­nik Jung.

Frühgeburtenrisiko steigt

For­scher der Uni­ver­si­tät in Penn­syl­va­nia haben den Zusam­men­hang von Par­odon­ti­tis und einem erhöh­ten Früh­ge­bur­ten­ri­si­ko nach­ge­wie­sen. Im Ver­gleich zu Pati­en­tin­nen mit gesun­dem Mund­raum ist das Risi­ko der Par­odon­ti­tis-Pati­en­tin­nen 7‑fach höher das Kind ver­früht zu bekom­men. „Aller­dings kann durch eine Behand­lung auch noch wäh­rend der Schwan­ger­schaft das Früh­ge­bur­ten­ri­si­ko deut­lich ein­ge­dämmt wer­den. Aus die­sem Grund soll­ten Schwan­ge­re min­des­tens zwei­mal wäh­rend der Schwan­ger­schaft zur zahn­ärzt­li­chen Kon­trol­le gehen“, erklärt Dr. MSc. Tho­mas Jung, Zahn­kli­nik Jung.

Herzerkrankungsrisiko

Auch für Herz­er­kran­kun­gen steigt das Risi­ko für Par­odon­ti­tis-Pati­en­ten um das 7‑fache, wie Wis­sen­schaft­ler der Chris­ti­an-Albrecht-Uni­ver­si­tät erforscht haben. Dabei ent­steht die Gefahr eben­falls durch die Ent­zün­dungs­re­ak­ti­on des Kör­pers auf eine Par­odon­ti­tis. Die­se Immun­re­ak­ti­on wirkt sich dann auf die Arte­ri­en­struk­tur aus, die sich dar­auf­hin ver­än­dert. Dadurch erhöht sich das Risi­ko für Schlag­an­fäl­le und Herz­in­fark­te.

Früherkennung ist das A und O

Wie die­se Bei­spie­le zei­gen, ist gera­de bei einer Par­odon­ti­tis die Früh­erken­nung, wie sie in der Zahn­kli­nik Jung erfol­gen kann, ganz beson­ders wich­tig. Nur so kann man die Krank­heit früh­zei­tig stop­pen und hei­len, ohne dass grö­ße­re Schä­den für die Zäh­ne oder für den gesam­ten Orga­nis­mus ent­ste­hen“, weiß Dr. MSc. MSc. Andre­as Jung. Wird eine Par­odon­ti­tis jedoch nicht behan­delt, so kann sie eine ernst­zu­neh­men­de Bedro­hung für den gesam­ten Gesund­heits­zu­stand des Betrof­fe­nen sein.

10. März 2017