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Zahnbelag und Krebs – Erhöhtes Risiko?

Die Exper­ten der Dr. Jung Zahn­kli­nik infor­mie­ren: Die Zahn- und Mund­ge­sund­heit ist nicht nur wich­tig für eine schö­nes Lachen oder einen fes­ten Biss, sie ist auch sehr wich­tig für die Gesund­heit des gesam­ten mensch­li­chen Körpers.

Zusam­men­hän­ge zwi­schen Zahn­be­lag und Krebsmortalität

Eine gute Mund­hy­gie­ne ist enorm wich­tig für die Gesundheit

Zahn­be­lag ent­hält Bak­te­ri­en, wel­che die Ober­flä­che der Zäh­ne, ein­schließ­lich der Lücken zwi­schen den Zäh­nen und Zahn­fleisch, über­zie­hen. Die­ser Belag führt zu Kari­es und Zahn­fleisch­ent­zün­dun­gen sowie unter Umstän­den auch zu dem gefürch­te­ten Zahnverlust.

Es geht aber noch wei­ter: Zahn­be­lag wird auch mit gefähr­li­chen, gesund­heit­li­chen Pro­ble­men in Ver­bin­dung gebracht. For­scher wol­len her­aus­fin­den, ob Zahn­be­lag als Fol­ge von Infek­tio­nen und Ent­zün­dun­gen ein Risi­ko­fak­tor für einen vor­zei­ti­gen Tod durch Krebs sein könnte.

Unter­sucht wur­den 1.400 zufäl­lig aus­ge­wähl­te Erwach­se­ne aus dem schwe­di­schen Stock­holm über einen Zeit­raum von 24 Jah­ren (1985 bis 2009). Alle Teil­neh­mer waren zu Beginn der Stu­die zwi­schen 30 und 40 Jah­re alt. Befragt wur­den sie über ihr Krebs­ri­si­ko, wie zum Bei­spiel das Rau­chen, ihren Lebens­stil und auch in Bezug auf Mund­hy­gie­ne. Ein­ge­schlos­sen wur­den die Berei­che Zahn­be­lag, Zahn­stein, Par­odon­ti­tis und Zahnverlust.

Wäh­rend die Pro­ban­den kei­ne offe­nen Zahn­fleisch­erkran­kun­gen vor­wie­sen, hat­ten sie doch ein beträcht­li­ches Aus­maß an Plaque auf der Zahn­ober­flä­che. Bis 2009 waren 58 Men­schen an Krebs gestor­ben, rund ein Drit­tel davon waren Frau­en (35,6%). Das durch­schnitt­li­che Ster­be­al­ter betrug 61 Jah­re bei den Frau­en und 60 Jah­re bei den Män­nern. Die Todes­fäl­le unter den Frau­en wur­den über­wie­gend durch Brust­krebs ver­ur­sacht, wäh­rend bei den Män­nern eine gan­ze Rei­he von ver­schie­de­nen Krebs­er­kran­kun­gen auf­tra­ten. Der Zahn­be­lag-Index bei denen, die gestor­ben sind, war höher als bei denen, die noch leb­ten. Die Wer­te lagen zwi­schen 0,84 — 0,91 — ein Zei­chen dafür, dass das Zahn­fleisch und die Zäh­ne mit Plaque bedeckt waren. Die Wer­te unter den Über­le­ben­den waren wesent­lich nied­ri­ger (0,66–0,67), und lässt dar­auf schlies­sen, dass der Kau­be­reich nur par­ti­ell mit Plaque bedeckt war. Das Alter ver­dop­pelt das Risi­ko, an einer Krebs­er­kran­kung zu ster­ben. Bei Män­nern steigt das Risi­ko im Alter um 90 Prozent.

Wei­te­re poten­zi­el­le Risi­ko­fak­to­ren, die mit einem früh­zei­ti­gen Tod in Ver­bin­dung gebracht wer­den, wie zum Bei­spiel ein gerin­ge­res Bil­dungs­ni­veau, Rau­chen, Häu­fig­keit der Besu­che beim Zahn­arzt, sowie gerin­ge­re Ein­künf­te wur­den eben­falls berück­sich­tigt, wie auch die Zusam­men­hän­ge zwi­schen Alter und Geschlecht.

Zahn­be­lag wur­de mit einem signi­fi­kant (79%) erhöh­tem Risi­ko eines vor­zei­ti­gen Todes asso­zi­iert, das abso­lu­te Risi­ko eines vor­zei­ti­gen Todes war aber gering: Nur 58 von 1.390 Teil­neh­mern sind nach 24 Jah­ren gestorben.

Die For­scher war­nen aller­dings, dass ihre Ergeb­nis­se nicht bewei­sen, dass Zahn­be­lag die Ursa­che für eine Krebs­er­kran­kung ist. Sie schrei­ben: “In unse­rer Stu­die wur­de fest­ge­stellt, dass schlech­te Mund-Hygie­ne, wie zum Bei­spiel viel Zahn­be­lag in Ver­bin­dung mit einer erhöh­ten Krebssterb­lich­keit gebracht wer­den kann. Wei­te­re Unter­su­chun­gen sind erfor­der­lich, um die genaue Ursa­che zu bestimmen.”

21. Februar 2020